Potsdam

Potsdam - Russische Kolonie Alexandrowka © dudlajzov / Fotolia.com

Potsdam - Königsresidenz, Filmhauptstadt und Wissenschaftszentrum

Das 160.000 Einwohner zählende Potsdam ist seit der Wiedervereinigung 1990 Landeshauptstadt von Brandenburg und grenzt unmittelbar an den Südwesten von Berlin. Die Stadt hat in ihrer Geschichte viele denkwürdige Höhepunkte erlebt, von der Zeit der preußischen Könige über das Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart.

Die erste Erwähnung Potsdams findet sich auf einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 993. Nach der Erteilung des Stadtrechts 1345 blieb der Ort aber lange nur ein kleiner Marktflecken ohne besondere Bedeutung. Das änderte sich im Jahr 1653, als Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, Potsdam zu seiner Zweitresidenz neben Berlin ausbaute. Zudem führte die Ansiedlung von rund 20.000 französischen Hugenotten mit ihrem fachlichen Wissen zu einem erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung. Die wichtigsten architektonischen Akzente setzte Friedrich der Große mit dem berühmten Schloss Sanssouci, dem Neuen Palais und ausgiebigen Umbauten von Straßen und Plätzen wie dem Alten Markt. Die Potsdamer Kulturlandschaft wurde schon 1990 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Neben den erwähnten Bauten zählen dazu die Pfaueninsel, Babelsberg, die Russische Kolonie Alexandrowka und andere Gebäude und Einrichtungen. Das Welterbe umfasst insgesamt 500 Hektar Fläche mit 150 Gebäuden und ist die größte Welterbestätte in Deutschland.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs ging 1918 auch die Ära der preußischen Könige zu Ende und Potsdam verlor den Status als Residenz. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen die Siegermächte Sowjetunion, USA und das Vereinigte Königreich auf der Potsdamer Konferenz 1945 die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen. Potsdam gehörte fortan zur DDR und machte immer wieder von sich reden, wenn während des Kalten Krieges an der Glienicker Brücke Spione aus Ost und West gegeneinander ausgetauscht wurden.

Weltweit bekannt ist Potsdam auch für das Filmstudio Babelsberg. Das Großfilmstudio wurde 1911 gegründet und ist das älteste seiner Art. Hier entstanden in den Anfangsjahren so legendäre Filme wie "Der Blaue Engel" und "Metropolis". Aber auch in der Gegenwart zählt Babelsberg zu den führenden Studios für Film und Fernsehen mit einem stetig steigenden Anteil an Koproduktionen mit Hollywood-Studios.

Die Parkanlagen von Sanssouci sind unter den Sehenswürdigkeiten ein absolutes Muss. Für Besucher zu empfehlen sind weiterhin der Neue Garten (u.a. mit Schloss Cecilienhof, dem Marmorpalais und der Gotischen Bibliothek), der Park Babelsberg, die Kirchen verschiedener Religionsgemeinschaften, die verbliebenen drei Stadttore oder auch ganze Quartiere wie das Holländische Viertel oder die Russische Kolonie Alexandrowka. Darüber hinaus verfügt Potsdam über eine Vielzahl bedeutender Einzelhäuser, Gebäudeensembles und Plätze.

So zahlreich und faszinierend die historischen Zeugnisse sind, sie beleuchten nur eine Seite der Stadt. Potsdam ist, was die Bevölkerung angeht, ein junges und dynamisches Zentrum. Knapp 15 Prozent der Einwohner sind Studenten, die an den drei öffentlichen Hochschulen und mehr als 30 Forschungsinstituten studieren - die brandenburgische Landeshauptstadt ist nicht nur ein Zentrum der Kultur, sondern auch der modernen Wissenschaft. Hinzu kommen, über das Jahr verteilt, regelmäßige Veranstaltungen wie die Musikfestspiele in Sanssouci, Avantgardefestivals wie die "tanztage", "unidram" oder "sehsüchte" und das abwechslungsreiche Programm des Hans Otto Theaters. Museen, Galerien, Stadtfeste und Events der freien Kulturszene runden das bunte Angebot in der Stadt ab.

Wer Potsdam von außerhalb besucht, will in der Regel länger bleiben und braucht deshalb ein geeignetes Hotel oder eine andere Unterkunft. Neben einer Vielzahl von Ferienwohnungen, privaten Gästezimmern und einem Campingplatz bietet die Stadt über 30 Hotels unterschiedlicher Kategorien, diverse Pensionen sowie drei Gästehäuser für Jugendliche - insgesamt knapp 5.000 Betten. Die meisten Hotels sind nach der Wende neu entstanden, einige andere wurden umfassend saniert und renoviert.

Für Potsdam-"Frischlinge" sind die Rundgänge und Rundfahrten unter fachkundiger Führung zu empfehlen. Hier werden nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ins Rampenlicht gestellt, sondern auch verborgene Plätze gezeigt, Anekdoten erzählt und ein lebendiges Porträt der Stadt gezeichnet. Besichtigungen sind per Bus, zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich. Wer allerdings etwas Besonderes erleben möchte, wählt eine kleine Entdeckungsreise mit dem Schiff auf der Havel und ihren wunderschönen Seen. Auf diese Art können auch Exkursionen nach Berlin oder ins Umland unternommen werden.

Bleibt noch die Frage zu klären, wie es mit den kulinarischen Genüssen in Potsdam bestellt ist. Vom edlen Restaurant bis zum Biergarten bietet die Stadt so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Allein an Restaurants gibt es rund 150 Auswahlmöglichkeiten mit regionaler, nationaler und internationaler Küche. Beliebt sind auch Rund-um-Angebote wie die Brunchfahrten und Altberliner Abende der Weißen Flotte, die historischen Handwerksfeste und Jazzfrühschoppen in der Braumanufaktur, Atelier-Kochkurse, der Sonntagsbrunch im Krongut Bornstedt oder die Tafelrunde mit Friedrich dem Großen.

Für viele Besucher gilt Potsdam mit seinen Kulturlandschaften, Schlössern, Parkanlagen und Quartieren wie dem Alten Markt als eine der schönsten Städte Deutschlands. Wer Geschichte, Kunst, Kultur und kulinarische Erlebnisse unter einen Hut bringen möchte, findet hier sein Ziel.

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