Die ungeliebte kleine Schwester Frankfurts: Offenbach am Main

In der kreisfreien Stadt im südhessischen Rhein-Main-Gebiet leben aktuell annähernd 124.000 Einwohner in neun Stadtteilen auf knapp 45 km² Fläche. Obwohl die Region rund um Offenbach nachweislich schon in der Steinzeit besiedelt war und in römischer Zeit von einer Handelsstraße durchquert wurde, stammt die erste urkundliche Erwähnung erst aus dem Jahr 977. Die bis heute – nicht nur in fußballerischer Hinsicht anhaltende – Rivalität mit der älteren und größeren Nachbarstadt Frankfurt am Main begann gegen 1400, als das seinerzeit herrschende Adelsgeschlecht Falkenstein in Offenbach eigene Münzen prägen ließ. Die Abneigung zwischen dem reformierten Offenbach und dem lutherischen Frankfurt vertiefte sich nach der Reformation. Der wirtschaftliche Aufschwung des Dorfes Offenbach zur Industriestadt durch die Aufnahme hugenottischer Flüchtlinge ab 1698 wurde von der stolzen Kaiserstadt Frankfurt argwöhnisch und eifersüchtig beobachtet. Im 18. und 19. Jahrhundert sorgte vor allem die lokal florierende Lederwarenherstellung und Lithografie für wachsenden Wohlstand in Offenbach. Im Lauf des 20. Jahrhunderts sollte sich das Rennen um überregionales Renommee allerdings recht eindeutig zugunsten Frankfurts entscheiden. Offenbach entwickelte sich jedoch trotz des weitreichenden wirtschaftlichen Strukturwandels der 1970er Jahre durch eine bessere Verkehrsanbindung (S-Bahn Rhein-Main), die Ansiedlung neuer Branchen und prestigeträchtige Bauprojekte (Rumpenheimer Schloss) zu einem populären Wohn- und Arbeitsort.

Die Stadt hat sich in den letzten Jahren sehr um Lebensqualität gekümmert

Angesichts der stetig steigenden Mieten in Frankfurt am Main ist das von dort aus gut zu erreichende Offenbach heute mit relativ günstigen Preisen für Wohnraum bei Pendlern als Wohnquartier gefragt. Die vielen schönen und sanierten Mehrfamilienhäuser aus der Gründerzeit erfreuen sich seit Jahren einer stetig wachsenden Beliebtheit. Darüber hinaus hat die Stadt seit Beginn des 21. Jahrhunderts große Summen in den Bau neuer Wohnlagen investiert. Exemplarisch hierfür sei das ab 2007 auf knapp 17 Hektar von Grund auf neu errichtete Neubaugebiet An den Eichen im Osten Offenbachs mit Wohnraum für zukünftig bis zu 1.200 Menschen genannt. Mit einer aktuell geplanten Gesamtfläche von 256.000 m² noch größer und ehrgeiziger ist das seit 2009 laufende Bauprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Offenbacher Hafens. Hier sollen bis zum Jahr 2020 ca. 1.000 Menschen leben sowie bis zu 10.000 Personen arbeiten und auf dem Hafencampus mit Grundschule, Kindertagesstätte und der neu erbauten Hochschule für Gestaltung studieren. Schon heute werden das 2015 eröffnete Einkaufs- und Bürozentrum „Hafencenter“, die Hafenpromenade und der hier verlaufende Main-Radweg intensiv von der Bevölkerung genutzt. Ganz in der Nähe bietet der Offenbacher Grüngürtel als Teil des Regionalparks Rhein-Main einen gleichermaßen hohen Freizeitwert.

In ganz Offenbach gibt es zahlreiche schöne grüne Oasen für die Erholung

Weitere bekannte und beliebte Parks und Grünanlagen in Offenbach und Umgebung sind der besonders auch bei den Gästen der Hotels und Restaurants in der Berliner Straße und Kaiserstraße als Spaziergegend populäre Büsing-Park sowie der direkt angrenzende Lili-Park. Etwas weiter außerhalb, aber immer noch in der Nähe, liegt der 43.500 m² große Dreieich-Park, wo alljährlich Veranstaltungen wie die Offenbacher Sonntagskonzerte mit freiem Eintritt und gastronomischen Angeboten stattfinden. Der mit 22 Hektar größte Park der Stadt ist hingegen der Leonhard-Eißnert-Park auf dem Bieberer Berg, in dem sich auch ein Kletterpark sowie die „Suppenschüssel“ genannte und häufig als Konzertort sowie im Winter als Rodelfläche genutzte runde Senke befindet. Ein Publikumsmagnet in der umliegenden Region ist auch der 2005 eröffnete Wetterpark im Naherholungsgebiet Buchhügel. Der sehenswerte Themenpark ist ein großes Freilichtmuseum mit zahlreichen Stationen zur anschaulichen Erklärung von Wettererscheinungen und Klimaphänomenen wie zum Beispiel Gewitter, Luftdruck, Erdatmosphäre, Wind, Niederschlag, Sonne und Dunst. Ein bekanntes und viel genutztes Naherholungsgebiet ist auch der Offenbacher Mainbogen beim Stadtteil Bürgel mit dem als Badegewässer beliebten Schultheis-Weiher. Nicht weit entfernt befindet sich als architektonische Attraktion das Isenburger Schloss aus dem 16. Jahrhundert.

Wo einst das Leder Wohlstand brachte, kann man heute schön einkaufen

Ausgedehnte Spaziergänge lassen sich auch gut auf dem Alten Friedhof in Offenbach und zum 27 Meter hohen Bieberer Aussichtsturm im Stadtteil Rumpenheim unternehmen. Freunden historischer Architektur sei ein Besuch der ehemaligen Synagoge und des heutigen Kultur- und Veranstaltungszentrums Capitol an der Kaiserstraße empfohlen. Über die lange Geschichte der Lederverarbeitung in der Stadt kann man sich im Deutschen Ledermuseum in der Frankfurter Straße informieren, im Haus der Stadtgeschichte im Bernardbau von 1896 in der Herrnstraße über die gesamte Entwicklung Offenbachs vom kleinen mittelalterlichen Dorf zur bedeutenden Industriestadt im 19. Jahrhundert. Ebenfalls ein interessantes Kulturdenkmal ist die 1901 geweihte Christuskirche zwischen Otto-Steinwachs-Weg und Bismarckstraße im Stadtzentrum. Gleiches gilt für die historische „Käsmühle“ aus dem 16. Jahrhundert im Stadtteil Bieber, das Pfauen-Haus mit der schönen Jugendstilfassade in der Luisenstraße und die heute als Bürokomplex genutzte ehemalige Heyne Fabrik in der Ludwigstraße. Bedeutende historische Sakralbauten in Offenbach sind darüber hinaus die Französisch-Reformierte Kirche von 1717/18 und die Evangelische Stadtkirche von 1749 in der Herrnstraße, die Friedenskirche von 1911/12 in der Geleitstraße im Westend, die Marienkirche von 1913 in der Bieberer Straße und die Pfarrkirche St. Pankratius in der Stiftstraße in Bürgel. Ein städtebauliches Schmuckstück ist der ab 1886 angelegte und nahezu vollständig von hübschen Altbauten umgebene Wilhelmsplatz, auf dem drei Mal pro Woche ein großer Markt abgehalten wird.

Die Duelle der Kickers gegen ihre Rivalen finden in der Umgebung viel Beachtung

Selbstverständlich hält Offenbach auch eine ganze Reihe regelmäßiger Veranstaltungen für seine Besucher im Jahresverlauf parat. So steigt im Februar/März die Fastnacht mit Umzügen, Maskenbällen und dem Prinzenempfang am Rosenmontag. Ebenfalls im Februar (und im September) findet schon seit 1949 die Internationale Lederwarenmesse statt. Alle zwei Jahre im März/April wird das Festival der Lichtkultur Luminale gefeiert, jedes Jahr am 30. April ist der Tanz in den Mai auf dem Wilhelmsplatz ein Publikumsmagnet. Der Offenbacher City-Lauf im Mai ist ein überregional bekanntes sportliches Großereignis mit bis zu 1.300 Teilnehmern, seit 1995 erinnert die Offenbacher Woche Ende Mai/Anfang Juni mit buntem Programm an die Eröffnung der S-Bahn durch die Stadt. Im Juni sind das Mainuferfest zwischen Isenburger Schloss und Büsingpalais und das Drachenbootrennen gut besucht, im Juli findet die Filmnacht „Cross Media Night“ an der Hochschule für Gestaltung statt. Im August kann man das Lichterfest im Büsing-Park sowie Bierfest rund um das Rathaus besuchen, Anfang September das Kinderfest im Leonhard-Eißnert-Park. Ebenfalls im September ist die Jazz-Matinee im Büsing-Palais ein fester Termin im Kulturkalender der Stadt. Einen festen Platz im Herzen der lokalen Bevölkerung besitzt auch der größte Fußballverein der Stadt, der Offenbacher Fußball Club Kickers 1901 e.V. Besonders zahlreich erscheinen Zuschauer bei den Begegnungen im Sparda-Bank-Hessen-Stadion an der Bieberer Straße, wenn es gegen regionale Rivalen wie allen voran Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt, SV Waldhof Mannheim, 1. FC Kaiserslautern, SV Wehen Wiesbaden, FSV Mainz 05 und Viktoria Aschaffenburg geht.

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