Neuss

Neuss - Blutturm © hanseat / Fotolia.com

Neuss - eine der nachweislich ältesten Städte Deutschlands

Novaesium, Nussia, Nuys, Neus, Neuß - die Nordrhein-Westfälische Stadt am linken Niederrhein trug zeit ihres Bestehens viele Namen. Während die lateinisierte Form von großer Vergangenheit und weit zurückreichender Geschichte zeugt, belegen die anderen die Wandlungsfähigkeit der deutschen Sprache. Auf Beschluss einer Ratssitzung vom 21. November 1968 lautet die offizielle Bezeichnung "Neuss". Die Bürger des Ortes nennen ihn liebevoll "Nüss".

Streifzug durch rund 1.000 Jahre Stadtgeschichte

Eine solch innige Verbindung besaßen die Einwohner der heutigen Rheinstadt schon früh. Nachdem die Römer um 16 v.C. an ihrer jetzigen Stelle eine hölzerne Befestigungsanlage errichtet hatten, erbauten sie Mitte des 1. Jahrhunderts ein steinernes Legionslager, in dessen Umfeld sich bald darauf eine Zivilsiedlung entwickelte. Diese bestand bis ins frühe Mittelalter und war eine der meist besuchten Pilgerstätten des Landes. Seit Bestätigung der Zollfreiheit im Jahre 1190 galt das nunmehrige "Nussia" als Stadt, die aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage ein begehrtes Objekt von Eroberungskämpfen war. Ihre Bürger konnten Angriffen und Belagerungen jedoch immer wieder trotzen - wofür sie von Kaiser Friedrich III. neben dem Münz- und Rotwachsprivileg auch die Rechte einer Hansestadt und ein neues Wappen zugesprochen bekamen. Den daraus erwachsenden Wohlstand büßte Neuss 1586 durch einen verheerenden Stadtbrand vollständig ein. Nach einer kurzzeitigen Besetzung durch französische Truppen fiel es zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Preußen und konnte sich durch den Bau des Rheinhafens und diverser Eisenbahnstrecken wirtschaftlich stabilisieren.

Zeugen der Vergangenheit

Von der bewegten Vergangenheit Neuss' zeugen zahlreiche architektonische Sehenswürdigkeiten. Neben dem Quirinus-Münster sowie der Christus- und Marienkirche zählen dazu das Obertor, der Blutturm und das Vogthaus "Zu den Heiligen Drei Königen". Ein bauliches Kleinod der besonderen Art bildet das Gasthaus "Em Schwatte Päd": Es ist das älteste, durchgehend betriebene Lokal am Niederrhein und blickt auf ein mittlerweile über 500-jähriges Bestehen zurück. Wie in vielen anderen Bewirtungseinrichtungen und Hotel-Gaststätten können Besucher hier "Nüsser Kappeswoosch" mit Original Leuchtenberger Sauerkraut genießen.

Viel Vergnügen!

Doch nicht nur Kulinarisches hat in Neuss eine lange Tradition. Auch das Schützenwesen ist seit vielen Jahren in der Stadt verwurzelt. Davon zeugen ein entsprechend thematisiertes Museum im "Haus Rottels" und das im August stattfindende Schützenfest, aus dessen Anlass sich jedes Jahr rund 7.000 Vertreter verschiedener Gesellschaften, Vereine und Korps zu einem Festumzug formieren. Ähnlich große Veranstaltungen sind der Kappessonntags-Zug am Karnevalssonntag und der "Internationale Neusser Sommernachtslauf", zu welchem sowohl Freizeit- als auch Profi-Sportler antreten.

Kultur im Grünen

Etwas gediegenere Unterhaltung bieten die Museen der Stadt. Unter ihnen sticht die Stiftung "Insel Hombroich" mit der "Langen Foundation" besonders hervor. Hier werden Kunst, Architektur und Natur auf eindrucksvolle Weise nebeneinander gestellt bzw. präsentiert. Reine Natur hingegen bieten der Stadt-, der Rosen- und der Botanische Garten von Neuss. Während in diesen Anlagen überwiegend optische und olfaktorische Reize bedient werden, können Besucher auf dem Barfußpfad vor allem haptische Eindrücke sammeln.

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