Mannheim

Diffenébrücke im Industriehafen Mannheim © Petair / Fotolia.com

Mannheim - Kleine Stadt mit großer Vergangenheit

Wie jede Stadt hat sich auch Mannheim aus einer kleinen, unscheinbaren Siedlung entwickelt. Im Gegensatz zu anderen Ortschaften erlangte "Mannenheim" jedoch bereits vor Verleihung jedweder Rechte regionale Bedeutung und politische Brisanz.

Geschichtlicher Exkurs

Die Ersterwähnung datiert aus dem Jahre 766. Ein auf diesen Zeitpunkt ausgestelltes Dokument im "Codex Laureshamensis" benennt das Dorf Mannenheim als Eigentum der Reichsabtei Lorsch. Zunächst ohne weitere Bedeutung entwickelte es sich durch seine Lage am Rhein zur Zollstelle, in welcher die Schiffer ihre Abgaben zu entrichten hatten. Die zu diesem Zweck errichtete Burg Eichelsheim diente zwischen 1416 und 1419 als Gefängnisstätte für den aus Koblenz geflohenen Papst Johannes XXIII. Doch erst rund 100 Jahre nachdem Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz die bestehende Siedlung mit einer neu errichteten Festungsanlage verbunden hatte, erhielt der strategisch, wirtschaftlich und politisch wichtige Ort die Stadtrechte.

Feste feiern in der Feste

Mit dem Bau des Mannheimer Schlosses stieg die noch junge Stadt zur kurpfälzischen Residenz auf. Doch so bedeutend das Gebäude zu diesem Zeitpunkt auch war, galt es nach dem Zweiten Weltkrieg als unrettbar zerstört. Dem endgültigen Abriss seiner Ruine wurde in buchstäblich letzter Minute Einhalt geboten. Heutiger Hauptnutzer ist die Universität Mannheim, die in den Zimmern des Schlosses Seminarräume, Hörsäle und Büros betreibt. Das Außengelände dient als Fläche für zahlreiche Großveranstaltungen, unter denen sich das Schlossfest besonderer Beliebtheit erfreut. Da dieses alljährliche Highlight kostenlos ist, brauchen die Mannheimer und ihre Gäste für die Show-Acts und Darbietungen nicht einmal Tickets kaufen.

Quadratisch, praktisch, gut

Zur selben Zeit wie das Schloss wurde das bis heute erhalten gebliebene Straßennetz der Innenstadt angelegt. Es ist gitterförmig gestaltet und unterteilt das Zentrum in 144 Vierecke. Obwohl keines davon im geometrischen Sinne quadratisch ist, trägt Mannheim seit dieser Neuerung den Beinamen "Quadratestadt". Ein Umstand, der sich im Fehlen von Straßennamen bemerkbar macht. Touristen, die in der Innenstadt Hotels buchen, erhalten also eine Adresse, die nur aus einzelnen Buchstaben und Ziffern besteht.

Mittendrin statt nur dabei

Mit dieser Kunstfertigkeit ist die Kulturlandschaft von Mannheim jedoch noch lange nicht erschöpft. Zahlreiche Museen und Galerien bieten für jede Interessenlage etwas. Hier lassen sich sowohl Gemälde, Skulpturen und Fotografien als auch archäologische und historische Exponate bewundern. Ein besonderes Erlebnis sind die über 16 Stationen der interaktiven Ausstellung im "TECHNOSEUM". Anhand der präsentierten Werkstätten, Maschinen und Geräte haben Besucher die Möglichkeit, die Arbeits- und Lebensbedingungen unter fortschreitender Technologisierung nachzufühlen.

Weltweit führend in Sachen Erfindung

Es ist übrigens kein Zufall, dass dieser erlebnisreiche Ausflug in die Technik-Geschichte ausgerechnet in Mannheim angesiedelt ist. Aus der Region um die ehemalige Zollburg stammen zahlreiche herausragende Erfindungen. So waren die geistigen Väter der Draisine, der synthetischen Farben, des Automobils und des raketenbetriebenen Flugzeugs in der Quadratestadt beheimatet. Und auch das heute in nahezu allen Restaurants der Welt erhältliche "Spaghetti-Eis" geht auf einen Mannheimer zurück. Für seine täuschend echt wirkende Kombination aus Vanille-Eiscreme, Fruchtsoße und Kokosraspeln erhielt Dario Fontanella im Jahr 2014 den "Bloomaulorden" - die höchste bürgerschaftliche Auszeichnung der Stadt.

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