Magdeburg

Dom von Magdeburg an der Elbe © neurobite / Fotolia.com

Magdeburg - der Phönix unter Deutschlands Städten

Auf keinen deutschen Ort trifft die Erzählung vom aus der Asche auferstehenden Vogel mehr zu als auf Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg. Im Laufe der Historie ist sie zweimal dem Erdboden gleich gemacht worden - und beide Male in alter Schönheit wiedererblüht.

Aufstieg und doppelter Fall

Dabei begann die Geschichte der Elbestadt äußerst vielversprechend: Gegründet als Kaisepfalz von Kaiser Otto I. stieg sie umgehend zum wichtigsten Handelszentrum der Region auf. Ihr ursprünglich typisch deutsches Gesicht wurde nach Ottos Hochzeit mit Adelheit von Italien zunehmend durch Anleihen an die Architektur ihres Heimatlandes geprägt. Auch in den nachfolgenden Dekaden entwickelte sich Magdeburg kontinuierlich weiter und errang im 11. Jahrhundert den Status einer Messestadt. In der Reformationszeit war diese einer der ersten Orte, an dem Martin Luther neue Ansichten zur alten Kirchenlehre predigte. Dann aber kam es zur "Magdeburger Hochzeit" - einem beispiellosen Gemetzel der Bevölkerung unter Führung der Feldherren Tilly und Pappenheim, welches mit Brandschatzung der gesamten Stadt endete. Nach einer langjährigen Wiederaufbau- und Erholungsphase wurde Magdeburg während des Zweiten Weltkrieges stark bombardiert und erneut in Schutt und Asche gelegt.

Bauwerke aller Epochen

Trotzdessen können Touristen heute viele interessante Gebäude in der Elbestadt bewundern - darunter den weithin sichtbaren Dom, der sowohl Grabstätte von Otto I. als auch Deutschlands ältester Gotik-Bau ist. Neueren Typs ist die "Grüne Zitadelle", die jährlich zahlreiche Fans des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser anzieht. Ein wahres Jahrtausend-Werk erhebt sich auf dem Gelände des Elbauen-Parks. Hier wurde im Zuge der 1999 stattfindenden Bundesgartenschau ein Museum eingeweiht, das weltweit seinesgleichen sucht: Auf mehreren Etagen lädt der Jahrtausendturm zum Kennenlernen und spielerischen Entdecken vergangener Epochen ein. Die Spanne reicht vom Urknall bis zu erst jüngst zurückliegenden Weltraumflügen und bietet damit für ein einziges Ticket ungeahnte Zeitreise-Möglichkeiten. Wer es etwas weniger ausschweifend mag, besucht das interaktiv gestaltete "Haus der Romanik" oder das überwiegend mittelalterlich bestückte "Kulturhistorische Museum". Naturfreunden empfiehlt sich ein Ausflug in die Gruson-Gewächshäuser, wo rund 3.000 unterschiedliche Tropen- und Subtropen-Pflanzen ausgestellt sind.

Große Feste, große Namen

Wer große Veranstaltungen liebt, ist in Magdeburg ebenfalls bestens aufgehoben. Diesbezüglich locken das zu Pfingsten stattfindende Stadtfest mit Jahrmarktscharakter und das Europafest mit internationalem Flair. Für das ebenfalls jährlich initiierte "Kaiser Otto Fest" sollten Besucher sich ein Hotel-Zimmer nehmen, denn die damit verbundenen historischen Umzüge und Feierlichkeiten erstrecken sich über ganze drei Tage. Möglicherweise findet sich dabei etwas Zeit, den bedeutenden Persönlichkeiten des Ortes nachzuspüren: Magdeburg war Heimat- bzw. Wirkungsstätte des Physikers Otto von Guericke und des Architekten Carl Krayl. Darüber hinaus können auch die Bildhauerin Katharina Heise, der Handball-Star Stefan Kretzschmar und die Mitglieder der Band "Tokio Hotel" auf eine entsprechende Abstammung verweisen.

In Kooperation mit:

Für mehr Informationen zu wo.de senden Sie uns bitte eine E-Mail oder nutzen Sie unser Kontaktformular: