Kassel

Orangerie in Kassel © fotoherkules / Fotolia.com

Kassel - Weltkulturerbe und documenta-Stadt

Kassel liegt in Nordhessen nahe den Grenzen zu Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Mit knapp 200.000 Einwohnern ist das Oberzentrum die drittgrößte Stadt im Bundesland nach Frankfurt am Main und Wiesbaden. Überregional bzw. international bekannt ist Kassel vor allem durch die Kunstausstellung documenta sowie den Bergpark Wilhelmshöhe.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort auf zwei Urkunden aus dem Jahr 913. Nach dem Erhalt der Stadtrechte 1189 folgte 1277 die Erhebung zum Hauptsitz der Landgrafschaft Hessen. Bis heute zeugen zahlreiche Schlösser und Residenzen von der Geschichte Kassels als Sitz der hessischen Landgrafen und später der hessischen Kurfürsten. Am bekanntesten und bedeutendsten darunter ist der Bergpark Wilhelmshöhe mit seinem Schloss und den Herkules-Kaskaden, der seit 2013 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt Kassel große Zerstörungen durch Bombenangriffe, so dass heute kein geschlossenes Stadtbild mehr existiert. Trotzdem verfügt Kassel neben Wilhelmshöhe noch über einige markante Sehenswürdigkeiten, darunter die Orangerie, das Ottoneum, den ehemaligen Marstall (heute Stadtarchiv), das Elisabethhospital aus der Renaissancezeit sowie das alte Ständehaus.

International renommiert ist Kassel vor allem durch die alle fünf Jahre stattfindende documenta. Die Veranstaltung dauert jeweils 100 Tage und gilt seit der Entstehung 1955 als die bedeutendste Ausstellung und Bestandsaufnahme zeitgenössischer Kunst weltweit. Zur bisher letzten documenta in 2012 kamen etwa 850.000 Besucher - ein neuer Rekord. Eine vergleichbare Bedeutung in der Kunstwelt hat allenfalls noch die Biennale in Venedig. Seit 1999 trägt Kassel zur Steigerung seines Image den amtlichen Zusatznamen "documenta-Stadt".

Das Brüder Grimm-Museum zieht ebenfalls Besucher aus aller Welt an. In Kassel trugen Jacob und Wilhelm Grimm ihre berühmte Märchensammlung zusammen und schufen bzw. begannen sprachwissenschaftliche Meilensteine wie die "Deutsche Grammatik" und das umfangreiche "Deutsche Wörterbuch". Die Sammlung ihrer Handexemplare der "Kinder- und Hausmärchen" wurde von der UNESCO mit der Aufnahme in das Weltdokumentenerbe gewürdigt.

Kassel lebt aber nicht nur von der Vergangenheit und von moderner Kunst, ganz im Gegenteil. Die Innenstadt verfügt über eine Vielzahl von Shopping-Galerien, traditionellen Fachgeschäften und eine große Dichte an Restaurants, Bars und Kneipen aller Kategorien und Preisklassen. Hinzu kommen regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen vom Kassel Marathon im Mai über den Christopher-Street-Day im August bis zum Märchen-Weihnachtsmarkt im Dezember.

Für mehrtägige Besuche nicht nur zur documenta finden sich in der Stadt zahlreiche Unterkünfte für jeden Geldbeutel. Ob Hotel, Pension, Ferienwohnung, Privatzimmer oder Hostel - jeder Gast kann die passende Übernachtungsmöglichkeit für sich finden. Zu documenta-Zeiten sollte man allerdings an eine rechtzeitige Buchung denken, ansonsten könnte es schwierig werden. Verkehrstechnisch ist Kassel hervorragend angebunden. Drei Autobahnen, der Anschluss an das ICE-Netz sowie der Flughafen bieten eine gute Infrastruktur, um die Anreise schnell und einfach zu gewährleisten.

Ein besonderes Kuriosum in der Fauna von Kassel und Umgebung sei noch erwähnt: die hohe Zahl dort lebender Waschbären. Nach der Aussetzung einiger Tiere im Jahr 1934 haben sich diese im Lauf der Zeit in den Wäldern und im Stadtgebiet sehr stark verbreitet. Ihre Zahl wird nach einigen wissenschaftlichen Untersuchungen auf gegenwärtig rund 10.000 geschätzt und ist damit die größte urbane Population auf dem europäischen Kontinent. Kassel trägt deshalb auch den Titel "Europäische Hauptstadt der Waschbären".

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