Hannover

Neues Rathaus Hannover mit Maschsee © Mapics / Fotolia.com

Grüne Messemetropole und Stadt heimlicher Europarekorde? Hannover überrascht!

Standards für Europa setzen!, könnte das Motto der weltoffenen Stadt an der Leine lauten. Hannover, niedersächsische Landeshauptstadt und über eine halbe Million Einwohner stark, hat zahlreiche interessante Facetten. Hannover vereint den Innovationscharakter einer Messemetropole mit dem geschichtsträchtigem Flair gewachsener Traditionen - und all dies ohne nennenswerten Stilbruch. Auch im Alltagshumor geschichtsbewusst, treffen sich Hannoveraner "unterm Schwanz". Und meinen damit nichts Geringeres, als dass Reiterstandbild von König Ernst August - Startpunkt für eine Tour durch die Stadt der Europarekorde.

Ein wenig Geschichte

1150 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt Hannover 1241 das Stadtrecht. Mit dem Status als Hauptstadt des Kurfürstentums im 17. Jahrhundert und des Königreichs Hannover ab 1816 begann Hannovers Aufstieg. Unter preußischer Herrschaft wurde die Stadt Militär- und Industriestandort. Im Zweiten Weltkrieg weiträumig zerstört, baute man Hannover nach einem Konzept Rudolf Hillebrechts wieder auf, mit dem Schwerpunkt moderner Verkehrsinfrastruktur - und opferte dazu erneut viel alte Substanz. Heute ist Hannover der einflussreiche Dienstleistungsstandort für Handel, Finanzwirtschaft und Touristik als zentraler Verkehrsknotenpunkt Messestadt-Gastgeber für (inter-)nationale Schauen von Weltrang.

Offiziell verbrieft - eine der grünsten Städte Europas

Über die kilometerlange Herrenhäuser Allee - im Sommer stilecht in der Pferdekutsche - erreicht man den nach englischem Vorbild angelegten Georgengarten. In diesem Teil der Herrenhäuser Gärten steht das Welfenschloss, heute Hauptgebäude der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität sowie der Leibnitz-Tempel. Leibnitz? Richtig, auch der gleichnamige Butterkeks stammt aus Hannover, aber gemeint ist der Universalgelehrte. Mit dem Berggarten schließt sich ein Botanischer Garten mit über 12.000 Pflanzenarten an - inklusive Tropen- und Kakteenschauhäusern plus Orchideenhaus mit frei fliegenden Vögeln. Herrenhausens Großer Garten - um 1660 durch Herzog Johann Friedrich angelegt - präsentiert europaweit einzigartige, barocke Gartenarchitektur und die höchste Gartenfontäne des Kontinents, Scheitelhöhe 80 Meter. Rechtzeitig eines der begehrten Tickets kaufen, um das Sommermusical von Heinz-Rudolf Kunze zu sehen? Natürlich im historischen Gartentheater. Nach einem Weg durch den Irrgarten lockt die Spiegelgrotte von Künstlerin Niki de Saint Phalle, deren "Nanas" zusammen mit weiteren Objekten die Skulpturenmeile zwischen Leineufer und Königsworther Platz zieren. Kunstbegeisterung, die sich bis auf Bus- und Straßenbahnhaltestellen erstreckt, in den 1990ern durch internationale Designer wie Frank O. Gehry unverwechselbar gestaltet.

Roter Faden mit 36 Stationen

Bequem entlang der wichtigsten Highlights? Der Rote Faden auf dem Fußwegpflaster der City macht es Hannovers Besuchern leicht. Die 4,2 km lange Tour startet bei der Touristen-Information. Wer nicht gut zufuß ist, tourt per Doppeldeckerbus. Auch Hannovers Fahrradwege sind gut ausgebaut, ideal für eine Stadterkundung. Aber jetzt ... geht es durch schmale Gassen engstehender Fachwerkhäuser zwischen Steintor und Aegidientorplatz entlang - im Weltkrieg zerstört, ansehnlich wieder aufgebaut. Dagegen fungiert die Ruine der Aegidienkirche etwas abseits der Altstadt als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt und beherbergt die Hiroshima-Glocke. Auch von Hannovers mittelalterlichen Wehranlagen steht nur noch der Beginenturm, den man architektonisch geschickt ins Historische Museum integrierte. Ansonsten bestimmt norddeutsche Backsteingotik die Altstadtarchitektur: Das im 15. Jahrhundert erbaute Rathaus beherbergt heute Geschäfte und Restaurants. Wahrzeichen der Stadt? Richtig, der imposante 97-Meter-Turm der Marktkirche. Und wer Hannovers Kreuzkirche betritt, entdeckt ein kostbares Altargemälde von Lucas Cranach dem Älteren. Bald trifft Alt Neu, denn um die Ecke gibt sich Hannover mit der gläsernen Verwaltung der Nord LB und dem Medienzentrum Alessandro Mendinis futuristisch.

Jazz bis Kleinkunst - rechtzeitig Tickets kaufen

Während Freunde von Ballett und Klassik in Staatstheater und Opernhaus auf ihre Kosten kommen, lockt das Jazzfestival Enercity Swinging Hannover mit internationalen Jazzkünstlern jedes Jahr zu Himmelfahrt rund 30.000 Besucher an. Kaum eine Jazzgröße, die noch nicht im Club auf dem Lindener Berg spielte - schließlich sind alle Vereinsmitglieder Ehrenbürger von New Orleans. Dazu ist Hannover Austragungsort der weltweiten Fete de la Musique - mit rund 100 Livebands quer durch die City. Und lädt als Gastgeber des Kleinen Festes im Großen Garten internationale Künstler zum erfolgreichsten deutschen Kleinkunstfestival auf über 30 Bühnen ein. Zahlreiche Museen, wie die Eisfabrik mit wechselnden Kunstausstellungen und Theaterprojekten oder das internationale Foro Artistico mit Videoskulpturen und interaktiven Klang- und Lichträumen, bieten Kunstgenuss aller Art. Die Überraschung unter den Museen: Das Blindenmuseum, das Exponate zu Alltagshilfsmitteln sowie Informationen zum berühmten Sehbehinderten König Georg V. präsentiert.

Freizeit - von Schützengaudi bis Mai-Käfer-Treff

Als weiterer Publikumsmagnet macht das größte Schützenfest Hannover als Träger des Ehrentitels "Schützenstadt" seit 1955 alle Ehre, das im Juli rund 1,5 Millionen Besucher auf seinen 10-Hektar-Schützenplatz und sechs Festzelte zieht. Der zwölf Kilometer lange Schützenausmarsch mit mehr als 100 (inter-)nationalen Musikkapellen gilt als Muss! Sportlich lässt der Maschsee beim Drachenboot-Festival internationale Teams antreten, das übrige Jahr sind dort zahlreiche Segler, Kajaks und Tretboote unterwegs. Sogar Hannovers (natürlich ebenfalls preisgekrönter) Zoo wird mit dem Boot durchquert - im Landschaftsbereich Sambesi, hautnah an den Tieren vorbei. Nach dem Aussteigen warten noch Outback, Dschungelpalast mit Maharadscha-Prunksaal und die Yukon Bay mit Unterwasserwelt. Anderes Getier brummt beim jährlichen Mai-Käfer-Treffen auf dem Messeparkplatz Ost - mit rund 3.000 VW-Käfern das größte Europas.

Gastronomie: Icebeer, Käseerlebnisse oder im Flieger speisen

Hannovers stolze Brauereitradition brachte Sorten wie Herrenhäuser Icebeer und das hannoversche Nationalgetränk Lüttje Lage hervor, eine aus zwei Gläsern getrunkene Bier-Korn-Spezialität. Wer es süß mag, macht mit der Welfenspeise, einer Art weißgelber Crème Brûlée, nichts verkehrt. Deftiges bietet das Hannoversche Zungenragout, und das European Cheese Center ist als einziges Käseerlebniszentrum Europas überregional bekannt. Neben über 1.000 Restaurants freut sich Hannover über seine originelle Erlebnisgastronomie. Lust, in einem Flugzeug zu speisen? Auf zum Silbervogel. Oder in einer Glaspyramide? Das Ginkgo hat sie, während sich Gourmets im Die Insel am Maschsee treffen. Die Partymeile liegt allerdings im Steintorviertel, heißt Kiez und reiht auf fünf Straßen alles von Diskos über Bars bis zum Stripclub wie an einer Perlenschnur auf, mit Namen wie Bayern Stad'l, Heartbreak Hotel oder Intensivstation.

Hotels buchen - über 100 Häuser warten

Kein Wunder, dass Hannovers Hotelangebot bei dieser Fülle an Attraktionen auf alles vorbereitet ist. Von Unterkünften für ein romantisches Wochenende, bis zu Zimmer für den Messe-Geschäftstermin oder einen Kurztrip mit Familie und Freunden, lassen sich Hotels buchen. Überteuerte Messepreise meiden? Ein großes Angebot lässt problemlos auf private Messezimmer ausweichen. Solide Mittelklasse bietet das Smart City Hotel am Thielenplatz (wenige Schritte vom Bahnhof), Vier-Sterne-Niveau das Amadeus oder der Loccumer Hof. First

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