Frankfurt am Main

Skyline Frankfurt am Main mit EZB © Sebastian Betzold

Frankfurt am Main – Eine Stadt zwischen Tradition und Moderne

Erzählt man jemand Ortsfremden, dass man aus Frankfurt kommt, ist die erste Reaktion in der Regel keine pure Begeisterung, sondern eher eine Mischung aus Mitleid und Naserümpfen. Einen wirklich guten Ruf hat Frankfurt leider bis heute nicht. Bei Vielen überwiegt noch immer das Bild vom Sündenpfuhl, das von Drogen und Prostitution geprägt wird. Dass Frankfurt sehr viel besser ist, als sein Ruf, dürfte dabei außer Frage stehen. Doch warum lieben wir Frankfurter unsere Stadt eigentlich so sehr? Warum können wir uns so sehr mit Friedrich Stoltzes Ausspruch "es will merr net in mein Kopp enei, wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!" identifizieren?

Frankfurts bewegte Geschichte

Schon seit dem Mittelalter nimmt Frankfurt eine besonders zentrale Stellung in Deutschland ein. Durch die Lage wurde die Stadt ein wichtiges Handelszentrum, was sich auch heute noch in zahlreichen internationalen Messen wiederspiegelt. Eine ganz besondere Bedeutung wurde der Stadt ab 1562 zuteil. Ab diesem Zeitpunkt fanden in Frankfurt die Kaiserkrönungen statt. Auf dem Römerberg, wo heute die britische Queen oder auch die Teilnehmer des Ironman von den Massen bejubelt werden, konnte das Volk bis 1792 den neuen Kaiser bewundern. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Frankfurt dann in der Paulskirche die Geburt der Demokratie. Sicherlich ist das ein Grund, warum Frankfurt bis heute als sehr weltoffen und liberal gilt. Bei einem Blick auf die Geschichte Frankfurts darf natürlich ein Name nicht fehlen: Johann Wolfgang von Goethe. Der große Dichter und seine Werke sind bis heute eng mit Frankfurt verbunden. Bei einem Besuch in der Mainmetropole kommt man an ihm einfach nicht vorbei.

Frankfurts grüne Seiten

Das Erscheinungsbild von Frankfurt wird natürlich von seiner Skyline bestimmt. Und so könnte man dann auch auf die Idee kommen, dass die Stadt, die manchmal auch liebevoll Mainhattan genannt wird, vorrangig von Hochhausschluchten und Betonklötzen dominiert wird. Doch damit täte man der Banken- und Messemetropole freilich unrecht. Denn davon abgesehen, dass Frankfurt über einige wirklich schöne Stadtviertel und malerische Ecken verfügt, trägt auch der achtzig Quadratkilometer umspannende Grüngürtel maßgeblich zum Flair der Großstadt bei. Zudem gibt es noch etliche Parks, kleinere Wälder und Anlagen, die Frankfurt zu einer im wahrsten Sinne des Wortes grünen Stadt machen. Und dann ist da natürlich auch noch der Palmengarten. Seit über 140 Jahren ist er schon eine sich stetig verändernde Oase inmitten des Frankfurter Großstadtdschungels. Der botanische Garten, der 1868 von einigen angesehenen Bürgern Frankfurts ins Leben gerufen und schon wenige Jahre später erstmals seine Tore öffnen konnte, erfreut sich auch im 21. Jahrhundert ungebrochener Beliebtheit. Dabei sind es nicht nur die großen Events, wie das Rosen- und Lichterfest oder die Open Air Konzerte im Sommer, die Jahr für Jahr die Besucher anziehen. Es ist die ganz besondere Atmosphäre, die von den exotischen Pflanzen, den Grünanlagen oder dem Palmenhaus ausgeht, die einen Besuch immer wieder faszinierend, erholsam und einfach schön macht. Doch die ungeheure Vielseitigkeit und der Artenreichtum, den der Palmengarten zu bieten hat, macht es eigentlich auch bei mehrmaligen Besuchen selbst für geübte Augen nahezu unmöglich, alle Aspekte dieser Oase erkunden und all ihre Geheimnisse entdecken zu können.

Frankfurt als das Tor zur Welt

Der Frankfurter Flughafen und ganz besonders die Fraport AG gehören zur Zeit in einigen Regionen um Frankfurt nicht gerade zu den größten Sympathieträgern. Durch den Flughafenausbau und die Inbetriebnahme einer neuen Landebahn hat sich die Lebensqualität einiger Gebiete erheblich verschlechtert. Was für den Wirtschaftsstandort Frankfurt enorm wichtig ist, ist für Andere eine Last, die selbst durch das derzeitige Nachtflugverbot kaum merklich geschmälert wird. Doch auch die größten Kritiker werden nicht leugnen können, dass der Flughafen als Drehscheibe zur Welt nicht nur aus rein wirtschaftlicher Sicht für das Prestige der Stadt enorm wichtig ist. Ein Besuch lohnt sich übrigens nicht nur dann, wenn man selbst in die Ferne reisen möchte. Regelmäßige Veranstaltungen wie die "Airlebnistage" oder das Flanieren auf der weitläufigen Besucherterrasse machen einen Ausflug zum Flughafen immer wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Die kulturellen Seiten von Frankfurt

Frankfurt – das ist noch sehr viel mehr als Banken, Airport und Handkäs. Frankfurt verfügt zudem über ein sehr vielseitiges und breit gefächertes Kulturangebot, das neben Schauspiel, Oper und Konzerten auch Kunstliebhabern jede Menge Anlaufpunkte bietet. Dankt man an Museen in Frankfurt, kommen natürlich zunächst so offensichtliche, weil weit über die Grenzen der Mainmetropole bekannte Stätten wie das Städel, die Kunsthalle Schirn oder das Deutsche Filmmuseum in den Sinn. Dass die Frankfurter Kunstszene aber noch weit mehr zu bieten hat, beweisen jedes Jahr die Nacht der Museen und das Museumsuferfest. Hier wird auf beeindruckende Weise deutlich, wie vielseitig die Frankfurter Museumslandschaft ist. Ähnliches gilt auch für die Theater. Neben den städtischen Bühnen sorgen gerade kleine unabhängige Häuser wie das Theatrallalla, das Stalburg Theater, die Schmiere oder das neue Theater Alte Brücke dafür, dass hier wirklich für jeden Geschmack das richtige geboten wird.

Handkäs und Ebbelwei – die Frankfurter Kneipenkultur

Und auch das gehört zu Frankfurt: Abends mit Freunden den Tag gemütlich in einer der zahlreichen Apfelweinwirtschaften ausklingen lassen. Besonders Alt-Sachsenhausen oder die Berger Straße sind für ihr uriges Nachtleben mit Ebbelwei, Grie Sooß, Handkäs mit Musik und anderen Frankfurter Köstlichkeiten bekannt. Daneben verfügt Frankfurt auch noch über eine bunte Club-Landschaft, die sich mit Häusern wie der Batschkapp, dem Gibson Club oder dem Odeon weit über die Grenzen von Mainhattan hinaus großer Beliebtheit erfreut. Ob Museumsufer, Bankenviertel oder Palmengarten, ob beim Eintauchen ins bunte Nachtleben oder beim Wandeln auf Goethes Spuren, überall wird eines deutlich: Frankfurt am Main ist eine sehr vielseitige, weltoffene, pulsierende und sich stetig wandelnde Stadt, die von ihren Einwohnern nicht nur wegen ihrer vielen schönen Seiten, sondern auch mit ihren Ecken und Kanten geliebt wird. Und genau deshalb sagen die Frankfurter aus vollstem Herzen: "Es will merr net in mein Kopp enei, wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!"

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