Dortmund

Das Wasserschloss Haus Rodenberg in Dortmund © europhotos / Fotolia.com

Mehr als Industrieromantik: Dortmunds Charme hat viele Gesichter

Hat den Wandlungsprozess von der Industrie- zur Dienstleistungsstadt erfolgreich durchlaufen: Dortmund, größte Stadt des Ruhrgebiets und Heimat für gut 570.000 Menschen, darunter zahlreiche Studierende, die die Lebensqualität und vielfältige Kulturszene zu schätzen wissen. Eine Metropole, deren Stadtgebiet - inzwischen alles andere als grau in grau - zur Hälfte aus Grünflächen besteht. Und neugierigen Besuchern mehr als ein Borussen-Stadion, sondern zahlreiche Freizeitmöglichkeiten bietet - und dabei den Zeitzeugen der Bergbau-Ära respektablen Raum lässt.

Dortmunds Geschichte = Ruhrpott-Geschichte

Schon in der Bronzezeit siedelten Menschen im Bereich des heutigen Stadtkerns, in spätrömischer Zeit verlief hier mit dem Hellweg die Hauptverkehrs- und Handelsachse. "Throtmanni" wurde erstmals im 9. Jahrhundert erwähnt, doch bis zur Grundsteinlegung des heutigen Dortmund dauerte es bis ins ausgehende 19. Jahrhundert - das Ruhrgebiet mit Kohleförderung und Dortmund als seinem ersten Bahnknotenpunkt entstand. 1899 sah die Einweihung des Dortmund-Ems-Kanals durch Kaiser Wilhelm II. Kurz darauf, im Jahr 1904, eröffnete Althoff, einst Westfalens größtes Kaufhaus. Bereits ab 1870 erlebte Dortmund die Gründung von Firmen wie Hoesch sowie bedeutender Brauereien: 1913 schaffte es Dortmunds Bierproduktion mit stolzen 1,7 Millionen Hektolitern jährlich auf Platz 2 weltweit - direkt nach Memphis. Und heute? Baut Dortmund weiter an Restrukturierung und Modernisierung, verwandelt Areale, wie die frühere Westfalenhütte, in einen Logistikpark und siedelt High-Tech-Unternehmen an.

Sehenswertes: Museen, Zechen & mehr

Drei sehenswerte Stopps auf der Route der Industriekultur, die Geschichte atmen: Der Stadtteil Derne mit schöner Zechensiedlung und Fördertürmen unter Denkmalschutz, aber auch Lütgendortmund mit dem LWL-Industriemuseum Zeche Zollern und das Industriedenkmal Kokerei Hansa in Huckarde. Spannend auch die DASA-Arbeitsschutzausstellung in Dorstfeld. Klingt langweilig? Alles andere als das: Maschinen, von Druckmaschine bis Industrieroboter, sind in Aktion zu sehen und besonders die Experimente zur Arbeitswelt für Kinder und Jugendliche interessant. Originell: Das Deutsche Kochbuchmuseum mit seiner Sammlung zum Teil jahrhundertealter Rezeptbücher.

Aber auch Dortmunds Altstadt mit seinen malerischen Plätzen ist durchaus sehenswert. Der 1901 in Erinnerung an Dortmunds mittelalterliche Markttradition erbaute Bläserbrunnen war Treffpunkt für Kaufleute und Handwerker - und Pferdetränke. Nicht weit davon das Alte Stadthaus, die Stadtkirche St. Reinoldi sowie die Petrikirche aus dem 14. Jahrhundert. Im Weltkrieg zerstört, gelang ihr zwölfjähriger Wiederaufbau und rettete auch ihren wertvollen Antwerpener Flügelaltar. Das "Goldene Wunder von Westfalen" (nur zwischen 1. Oktober und Karwoche enthüllt) zieren hunderte vergoldete Figuren. Ein Touristenmagnet der etwas düsteren Art dagegen ist das Museum Steinwache im alten Gefängnis, das durch Zellen und Folterkammern führt, die bis heute in unverändertem Zustand sind.

Ausflugsideen - von Adelssitz bis Zoo

Der ehemalige Adelssitz Haus Rodenberg zieht nicht nur Familien mit Kindern zu seiner Märchenbühne (rechtzeitig Tickets kaufen!), sondern auch Trauwillige an: Im Mittelalter Wasserburg, verwandelte sich Rodenberg im 17. Jahrhundert in ein Barockschloss einschließlich Gartenanlagen - heute mit gehobenen Gastronomieangebot. Im Zentrum ist der 1890 gegründete Westfalenpark Freizeitziel mit Tradition. Seinen 209 Meter hohen Florianturm krönt ein drehendes Restaurant mit atemberaubendem Ausblick. Lust auf ausgedehnte Parkanlagen? Eine aromatische Duft- und Rosenführung? Das Rosarium präsentiert mehr als 3.800 Rosensorten. Im Sommer Gastgeber zahlreicher Open-Air-Events, wird der Westfalenpark im Winter zur Eisbahn. Darüber hinaus kommen Sportfans im Kletterpark Tree2Tree oder beim Frisbee-Golf im Revierpark Wischlingen unter uraltem Baumbestand auf ihre Kosten. Als sehr gelungene Verbindung von Gehegen und Parkanlagen zeigt sich der Zoo Dortmund, stolz auf seine Ameisenbären (Wappentiere des Parks), malayischen Tiger und zahlreichen Sumatra-Orang-Utans im Regenwaldhaus.

Shoppen & Speisen

Dortmund gilt nicht nur Shopaholics als Einkaufsmeile Nr. 1 im Ruhrgebiet, mit einem attraktiven Branchenmix - ob am Westenhellweg, in den noblen Propstei-Arkaden oder beim Stöbern in alternativen Läden nördlich des Hellwegs. Shopping macht hungrig - was bieten Dortmunds Restaurants? Der Kartoffel Lord kocht vegetarisch bis vegan und versteht sich auf Sojaburger. Als Dessert sind die Kuchen im Kleinen Café Budapest erste Sahne. Freunde gehobener Küche dinieren modern-kreativ im Palmgarden oder im La Cuisine d' Art Manger, einem ehemaligen Tennisklub in einem von Dortmunds grünen Vororten - ein echter Franzose mit Michelin-Stern! Mediterrane Küche dagegen bietet das Bistro Lennhof in Barop.

Ausgehen - von Casinofieber bis Beachparty

Ausgehen, feiern, aber das Auto stehen lassen? Kein Problem, denn Dortmund verfügt über ein weitverzweigtes Stadtbahn- und Busnetz, mit Nachtbussen am Wochenende. Im Sommer kommt im Dortmunder Kanalhafen (nähe historisches Hafenamt) Beachparty-Atmosphäre auf! Überhaupt - mit der höchsten Trinkhallendichte im Ruhrpott gilt Dortmunds Kneipenkultur als ausgeprägt. Eine Clubszene suchen Partygänger allerdings vergebens, seit die Clubs auf dem früheren Brauereigelände Thier die Abrissbirne traf. Vielleicht entschädigt das Casino Hohensyburg, das auf drei stilvollen Etagen eines historischen Gebäudes residiert, für den Verlust? Über eine Million besuchen Hohensyburg - und seine Las Vegas Welt auf der ersten Ebene - Jahr für Jahr. Urige, kleinere Eckkneipen finden sich dagegen im Kreuzviertel, wo sich der Stadtteil zu Bier und Schnitzel trifft, während Bierhaus Stade mit Live-Jazz punktet.

Nächtigen in der Stadt charmanter Gegensätze

Hotels buchen in Dortmund? Ob Geschäftstermin, Besuch im größten Bundesligastadion Deutschlands oder Wochenendtrip mit der Familie, Dortmund liefert, auch zum kleinen Preis. So finden Gäste mit dem A&O Dortmund Hauptbahnhof am Königswall ein einfaches, sauberes Hostel mit Hotelbereich vor. Familienfreundlich ist das 2-Sterne-Haus mit Kinderspielplatz außerdem - Haustiere müssen jedoch draußen bleiben. Dagegen empfiehlt sich das Esplanade, verkehrgünstig an Flughafen und Messezentrum Westfalenhallen angebunden, für Geschäftsreisende. 4-Sterne-Service zum 2-Sterne-Preis, geht das? Hotel Königshof, zentral in Dortmunds Innenstadt postiert, wirbt jedenfalls damit. Im Radisson Blu gilt: 4-Sterne steht dran, 4-Sterne sind drin. Zehn Fußminuten vom BVB-Stadion, offeriert das 190-Zimmer-Haus anspruchsvollen Gästen nicht nur Pool und Hallenbad, sondern entlastet auch gestresste Eltern per Babysitter-Service: Endlich Zeit, auf der hoteleigenen Sonnenterrasse die Seele baumeln zu lassen ...

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