Augsburg

Reihenhaussiedlung "Die Fuggerei" in Augsburg © inkwelldodo / Fotolia.com

Die Kaufmanns- und Puppenstadt Augsburg

Den wohl bedeutendsten Einschnitt in der Geschichte von Augsburg stellt ein Vermerk im Steuerbuch der Stadt dar. Er datiert aus dem Jahr 1367 und lautet "Fucker advenit" - Fucker ist angekommen. Ein unbekannter Webermeister aus dem nahegelegenen Dorf Graben hatte sich in der bayrischen Metropole niedergelassen.

Zukunftsstiftende Persönlichkeit

Sein Schaffen ließ Augsburg zu einem der mächtigsten Handels- und Wirtschaftszentren des Landes aufsteigen. Durch die aufeinanderfolgenden Ehen mit Klara Widolf und Elisabeth Gfattermann, sowie den Handel mit Tuchen ortsansässiger Weber und die Leitung der Weberzunft, begründete Hans Fugger den Aufstieg einer Kaufmannsfamilie, deren Wirken bis heute nachhallt - und Augsburg den Namen "Fuggerstadt" verliehen hat. Die hier erbaute "Fuggerei" gilt als erste soziale Wohnanlage weltweit und wird noch immer aus dem Vermögen der Stiftungsmitglieder gespeist. Eine weitere Einnahmequelle ist die touristische Nutzung. Auch wenn Gäste der Stadt für Übernachtungen üblicherweise Hotels buchen müssen, können sie in der "Fuggerei" historische und moderne Schauräume besichtigen oder die Ausstellung zur Geschichte der Anlage besuchen.

Bauwerke aus allen Epochen

Doch die berühmte Wohnsiedlung ist nicht das einzige Ziel, für das sich ein Aufenthalt in Augsburg lohnt. Durch ihr langjähriges Bestehen verfügt die Stadt über zahlreiche Bauwerke, für deren Besichtigung Interessenten weder Schlange stehen noch Tickets kaufen müssen. Besondere Attraktionen sind das aus der Renaissance-Zeit stammende Rathaus, das im Rokoko errichtete "Schaezlerpalais" und das 1954 wiederaufgebaute, mittelalterliche Vogeltor. Mit den Einrichtungen in der prachtvoll ausgestatteten Maximilianstraße verfügt Augsburg außerdem über eine Vielzahl bemerkenswerter Boutiquen, Cafés, Restaurants und Discotheken. Hier kommen aktive und passive Flaneure gleichermaßen auf ihre Kosten.

Die grüne Lunge Europas

Auch Naturfreunden hat Augsburg eine Menge zu bieten. Als "grünste und lebenswerteste Stadt Europas" besitzt es eine auffallend hohe Zahl erholungspendender Grünanlagen, von denen mit dem Königsplatz, dem Wittelsbacher Park und dem Hofgarten nur einige genannt sein sollen. Durch unzählige Sorten seltener Rosen-, Zwiebel- und Kräutergewächse reiht sich der Botanische Garten Augsburg zugleich in die vielen Museen der Stadt ein. Zu ihnen gehören auch das Jüdische Kulturmuseum, das Schwäbische Handwerkermuseum und der so genannte Glaspalast, in dem sich eine Sammlung zeitgenössischer Kunstobjekte befindet.

Theater für Groß und Klein

Kein Museum im eigentlichen Sinne, aber doch von hohem Schauwert sind die Gassen und Hallen des insgesamt 10.000 m² umfassenden Stadtmarktes. Hier finden regelmäßig verschieden thematisierte Freiluft-Veranstaltungen statt, die Augsburg stets ein ganz besonderes Flair verleihen. Auch durch ihre berühmten Töchter und Söhne wird die Stadt zu attraktiven Events inspiriert. So finden Jahr für Jahr das Brechtfestival und der Violinwettbewerb "Leopold Mozart" statt. Der wohl bekannteste Kultur-Export Augsburgs aber ist "Die Kiste" - ein seit 1948 bestehendes Puppentheater, dessen Bezeichnung so untrennbar mit dem Namen des Ursprungsortes verknüpft ist, dass er zur eigenständigen Marke wurde. Die "Augsburger Puppenkiste" und ihre Protagonisten genießen mittlerweile ebensolche Bekanntheit wie die großen historischen Persönlichkeiten der Stadt.

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